Klassische Definitionen

Friedrich Kirchner: Wörterbuch der philosophischen Grundbegriffe (1907)

Mut heißt diejenige Furchtlosigkeit in Gefahren, welche aus dem Bewußtsein eigener sittlicher Kraft entspringt. Der Mutige begibt sich ruhig in Gefahren, die er nicht vermeiden kann, und besteht sie besonnen. Der physische Mut beruht auf Körperkraft, Temperament und augenblicklicher Stimmung, der moralische dagegen auf der Einsicht in die sittliche Notwendigkeit einer Handlungsweise. Auch zeigt sich der Mut nicht nur in der Unverzagtheit in Gefahren, sondern auch im Übernehmen schwieriger oder unangenehmer Dinge, z.B. jemand die Wahrheit zu sagen, selbst Unangenehmes zu hören, sich selbst zu prüfen und zu bessern, sein Unrecht einzugestehn u. a.


Johann August Eberhards Synonymisches Handwörterbuch

Herz ist Furchtlosigkeit und Besonnenheit, aus welcher Quelle sie entstehen mag, Mut diejenige, die aus dem Gefühle der Kraft entsteht. Herz ist also der allgemeine Ausdruck und umfaßt sowohl die Tapferkeit als die Kühnheit und den Mut. Man vergleiche hierüber die Artikel 267 und 652.

Rudolf Eisler: Kant-Lexikon

(http://www.textlog.de/cgi-bin/search/proxy.cgi?terms=Mut&url=http%3A%2F%2Fwww.textlog.de%2F32523.html)

Mut. Furcht ist Abscheu vor Gefahr. Mut ist „die Fassung des Gemüts, die letztere mit Überlegung zu übernehmen“, Anthr. 1. T. § 77 (IV 189 f.). Tapferkeit (s. d.) ist „gesetzmäßiger Mut, in dem, was Pflicht gebietet, selbst den Verlust des Lebens nicht zu scheuen“, ibid. § 77 (IV 195). Der Mut kann auch durch Vernunft erweckt und so wahre Tapferkeit sein („moralischer Mut„); er bildet als solcher das Wesen der Tugend (s. d.). ibid. § 77 (IV 191 ff.).

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