Mut und Gewohnheit

Februar 19, 2008

Mut heißt: Gewohnheiten aufs Spiel setzen.

Für Georges Bataille setzt der Mensch in dem Moment indem er arbeitet der Natur – der tödlichen Natur – eine diskontinuierliches Moment entgegen. Auch wenn der Begriff bei Bataille (soweit ich bisher weiß) nicht auftaucht, so ist dieses diskontinuierliche, im Arbeits- und Sozialisierungsprozess herausgebildete, Element nichts anderes als die Summe der Gewohnheiten des Menschen. In diesen Gewohnheiten findet der Mensch seine Identität und dort wo diese Gewohnheiten bedroht sind, sieht er auch seine Identität bedroht.

Die oft beschworene Gefangenschaft in Gewohnheiten ist nichts als ein Mangel an Mut sich von diesen zu emanzipieren. Denn die Gewohnheiten selbst sind keineswegs der Gegner des Muts, sondern die Angst, vor vielmehr die Angst vor einem Identitätsverlust und auch die Scham, welche mit der Entwertung von Gewohnheiten einhergeht. Denn man darf nicht vergessen, dass Gewohnheiten eine Resultat des Willens eines Menschen sind. Und der Mensch hat kein anderes Mittel seine Gewohnheiten zu ändern als mit alten Gewohnheiten zu brechen ohne zu wissen, welche neuen an ihre Stelle treten werden.

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